Erfahrung einer Studentin – Wie sich das Ashramleben positiv auf meine Diabetes auswirkte

Positive Effekte von Yoga

Als Einführung ist ein Ashram ein abgelegener Ort, an dem Yoga und Meditation intern unterrichtet werden. Ein Lebensstil, dem ich mich als mehr dann Insulin abhängige Diabetes Patientin einen Monat lang widmete.

Seit kurzem bin ich zurück von meiner 200-stündigen Yogalehrerausbildung in dem Arhanta Yoga Ashram in den Niederlande. Diese Erfahrung, obwohl sie nicht immer einfach war, führte zu unglaublichen Veränderungen in Bezug auf die Behandlung meiner Diabetes.

Die Ergebnisse der Blutanalyse, die kurz nach meiner Rückkehr durchgeführt wurden, sind beeindruckend. Mein Hämoglobin stieg von 8,3 auf 7 und meine Hypothyreose verwandelte sich in der Zwischenzeit in eine Hyperthyreose, ohne die Medikamente zu wechseln. Eine solche Normalisierung meines Blutzuckers ist für mich die größte Verbesserung seit Beginn meiner Erkrankung, vor 25 Jahren.

Yoga wirkt sich positiv auf chronische Krankheiten aus. Hypothese oder Realität?

Könnten diese Ergebnisse ausschließlich auf eine regelmäßige und strenge Lebensweise zurückzuführen sein? Oder können wir davon ausgehen, dass eine angemessene und regelmäßige Ausübung von Yoga einen echten Einfluss auf chronische Krankheiten hat? Hat eine tägliche Yogapraxis, die während einer bestimmten Zeit zur Aktivierung der Schilddrüse gehalten werden, wirklich einen Einfluss auf die Regulierung der Schilddrüsenhormone?

Eines war sicher: Während den ganzen vier Wochen meiner Yogalehrerausbildung war mein Diabetes den ganzen Tag stabil. Ich habe fast kein Insulin injiziert. Das schwierigste Problem war meine wiederholte nächtliche Hypoglykämie. Ich habe dafür langsames Insulin verwendet. Nach einer Woche verringerte ich allmählich das langsame Insulin, bis ich es von 9 Einheiten auf 3 Einheiten reduzieren konnte.

Ein weiterer, sehr grosser, Effekt war, dass ich unmittelbar nach meinem Aufenthalt im Ashram meine Schilddrüsenmedikamente reduzieren konnte.

Der Wunsch, die Routine des Alltags zu brechen

Kehren wir kurz zu dem Wunsch und der Motivation zurück, ein Abenteuer zu leben, das mich gleichzeitig anzog und erschreckte und mich zum Yoga Arhanta Yoga Ashram brachte.

Ursprünglich hatte ich den großen Wunsch, die Routine zu brechen: die Vielzahl bewusster und unbewusster Handlungen zu brechen, die meinen Alltag definierten und gleichzeitig schwierig machten.

Dann, vor etwas mehr als einem Jahr, wurde bei mir eine diabetische Retinopathie diagnostiziert. Darauf folgte eine lange Reihe von Laserbehandlungen, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Sitzung für Sitzung musste ich mich mit der Angst vor einem abnehmenden peripheren Feld auseinandersetzen. Der Augenarzt machte mir klar, dass die einzige wirksame Behandlung für Komplikationen darin bestehen würde, mein Hämoglobin unter die 7 Marke zu balancieren. Eine so einfache und offensichtliche Lösung war angesichts des Jojo-Charakters meines Diabetes zu dieser Zeit überhaupt nicht realisierbar.

 Es wurde mir klar dass ich mit dem täglichen Leben brechen und etwas ändern musste!

Aus diesem dringenden Wunsch wurde dann die Bereitschaft. Bereitschaft, sich Zeit für mich zu nehmen, unterstützt von einer Disziplin (Yoga), die mir bereits viel Erleichterung und Freude brachte. Nach der Anmeldung für den Yogalehrer Intensivkurs im Arhanta Yoga Ashram rückte der erste Tag dieses neuen Abenteuers schnell näher.

In der Zwischenzeit balancierte ich zwischen Euphorie, weil ich einen Traum verwirklichen wollte, und Angst, weil ich nicht wusste, wie ich mit meinem Diabetes in diesem mir fremden Lebenstempo umgehen würde. Ich war bereit mein Zuhause für einen Monat zu verlassen. Meine Diabetes würde mich begleiten. Ich musste planen, was ich tun und was ich mitbringen sollte (Insulin, Medikamente…), für diesen Monat des abgeschiedenen Lebens im Ashram. Zu dieser Zeit wusste ich nicht, dass das Leben in einem Ashram ein bisschen wie das Leben in einer Blase außerhalb der Gesellschaft ist, abgeschnitten von der Außenwelt. Der Körper findet in diesem neuen Leben ein Gleichgewicht und sobald der Insulinbedarf angepasst ist, stellt sich heraus, dass es keine wirkliche Lücke gibt, die überwunden werden müssen.

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Leben nach dem Tempo des Unterrichts

Endlich war es soweit und ich kam im Ashram an, am ersten Tag der Yoga Ausbildung.  Es dauerte nicht lange, bis ich begriff, dass die Schlagworte eines Ashrams Disziplin und Regelmäßigkeit sind. Am Anfang war es schwierig, meine Injektionen mit den rigorosen Stundenplan zu kombinieren.

Jeden Morgen (außer sonntags) klingelte mein Wecker um 5:35 Uhr. Ich hatte 20 Minuten Zeit, um wach zu werden und für die Meditation um 6 Uhr morgens in der Yogahalle anwesend zu sein. Um 7 Uhr frühstückten wir schweigend, gefolgt durch drei Stunden Unterricht über Unterrichtstechniken. Das Mittagessen in der Stille war pünktlich um 11:30 Uhr. Danach hatten wir am frühen Nachmittag zwei Stunden Theorie, gefolgt von zweieinhalb Stunden Yoga. Um 17:30 Uhr: Abendessen! Wir waren immer sehr hungrig. Abends haben wir Zeit zum Lernen oder für Aktivitäten wie Schweigen oder Singen. Oder wir hatten Diskussionen über die Philosophie des Lebens.

Anpassung an den Rhythmus; Mein Diabetes in voller Mutation

Sehr schnell spürte ich jedoch eine merkwürdige Diskrepanz zwischen dem Leben in einer Gemeinschaft und dem Gefühl, mit mir allein zu sein. Ab und zu fühlte ich mich allein mit meinen Problemen. Obwohl wir alle ein gemeinsames Ziel und Programm hatten, war jeder doch mit seinen eigenen Schwächen und innerlichen Konflikten konfrontiert. Nach ein paar Tagen entwickelte sich eine schöne Dynamik der Zusammengehörigkeit und haben wir uns mehr und mehr gegenseitig unterstützt. Dank der Motivation und der Unterstützung meines Mannes und der anderen Teilnehmer konnte ich diese unerwartete Erfahrung mutig fortsetzen.

Ich habe meine 200-stündige Ausbildung zum Yogalehrer abgeschlossen. Selbst wenn die Erfahrung ein echter physischer und psychischer Test war, bin ich unglaublich froh und dankbars, dass ich sie erleben konnte!

Über den Autor

Dies ist die Geschichte von Cécile Beckand aus Frankreich. Sie ist eine Absolventin der 200-Stunden Yogalehrer Ausbildung bei Arhanta Yoga Ashrams.

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