Yogalehrer werden? 6 Dinge die Sie wissen sollten

1.Yoga zu unterrichten und Yoga zu praktizieren sind zwei komplett unterschiedliche Dinge

yogalehrer-werdenEine fortgeschrittene Yogapraxis macht Sie nicht automatisch auch zu einem erfahrenen Lehrer. Es gibt einen großen Unterschied zwischen etwas zu wissen und der Fähigkeit dieses Wissen verständlich zu erklären und an die Schüler weiterzugeben. Wenn Sie bereits eine Zeitlang Yoga praktizieren, denken Sie nicht mehr über kleine Details, z.B. wie Sie Asanas ausführen, nach. Sie wissen es einfach! Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie an einer soliden Yogalehrer-Ausbildung teilnehmen, während der Sie lernen korrekte Anweisungen und hilfreiche Hinweise zu geben. Ebenso ist es notwendig Wissen über geeignete Variationen bei verschiedenen körperlichen Problemen oder Einschränkungen zu haben und im Weiteren wie man individuelle Korrekturen bei den jeweiligen Personen vornehmen kann.

2. Lehrer zu sein bedeutet mehr als bloß Anweisungen zu geben

Viele Leute sind sich ihrer Rolle als Lehrer bzw. als Kursleiter nicht im Klaren. Ein Kursleiter ist jemand, der einfach nur Anweisungen gibt und erklärt, wie man eine Asana ausführt. Ein Kursleiter wird während einer Stunde größtenteils vor den Schülern stehen und die Asanas vorzeigen, sodass die Schüler sie nachmachen können. Er ist mehr mit dem beschäftigt, “was” er macht und “wie” er es ausführt als darüber, “wer” es macht, sprich über die Schüler. In den meisten Fällen folgt er während des Unterrichts einer festgesetzten Sequenz oder Abfolge.

Im Gegensatz dazu, ist ein Yogalehrer eher damit befasst, seinen Schülern zu helfen, ihre Ziele zu erreichen wegen derer sie in die Yogastunde kommen. Er weiß über die Zielsetzungen jedes einzelnen Schülers Bescheid. Ebenso kennt er die Stärken und Schwierigkeiten jedes Schülers und er weiß, wie er sie bestmöglich unterstützen kann. Er ist mehr auf den Schüler konzentriert als auf die Struktur und die Übungen. Er verbringt die Yogastunde nicht auf seiner Matte, sondern geht herum, um den Schülern zuzusehen, ihnen zu helfen, sie zu korrigieren und kleine Anpassungen vorzunehmen. Sie sollten eine klare Wahl treffen, welche der beiden Rolle Sie einnehmen möchten.

3. Sie müssen kein “Yoga-Akrobat” sein

Viele Leute haben Angst davor zu unterrichten, weil sie denken das Niveau und Kenntnisse ihrer Yogapraxis ist nicht hoch genug. Vergessen Sie nicht: jeder hat irgendwelche Begrenzungen im Körper. Manche Menschen sind sehr flexibel, ihnen fehlt jedoch Kraft; manche besitzen Kraft, es mangelt ihnen aber an Flexibilität; und wieder andere verfügen über beides, dafür sind Gleichgewicht und Konzentration nur mäßig vorhanden. Dazu kommt, dass vermutlich jeder Yogalehrer Schwierigkeiten mit bestimmten Positionen hat. Mein bester Yogalehrer war derjenige, der im Rollstuhl gesessen ist. Sein profundes Wissen und seine Lehrmethoden haben dies aber bei Weitem ausgeglichen. Viel wichtiger als alle Asanas perfekt zu beherrschen ist, über die Ausrichtungen der einzelnen Positionen und ihrer Wirkungen Bescheid zu wissen sowie in der Lage zu sein, den Schülern diese Punkte klar und deutlich zu erklären. Die meisten Schüler verstehen das und erwarten nicht, dass ihr Lehrer ein hervorragender “Asana-Akrobat” ist.

4. Vertrauen ist wichtig

yogalehrer-ausbildungOhne Vertrauen ist es unmöglich jemandem irgendetwas beizubringen. Menschen sind von Natur aus neugierig und kritisch zugleich. Daran lässt sich nichts ändern. Seien Sie aus diesem Grund darauf vorbereitet, in den ersten Stunden laufend von Ihren neuen Schülern beobachtet und kritisiert zu werden. Sie wollen sehen, was Sie machen, wie Sie gehen, sitzen und sprechen. Selbst wenn Ihre Schüler die Augen schließen sollen, können Sie sicher sein, dass immer irgendjemand von ihnen blinzelt, um zu sehen, was Sie machen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Sie sich dessen bewusst sind und während der gesamten Unterrichtsstunde eine professionelle Haltung sowie Verhalten beibehalten. Sobald Sie Vertrauen zu Ihren Schülern aufgebaut haben, werden sich diese bei Ihnen wohl fühlen und sich nicht darum kümmern, wenn Ihnen ein kleiner Fehler unterläuft.

5. Yoga zu unterrichten kann ein Vollzeitjob sein

Viele Personen glauben, dass sie nicht davon leben können, wenn sie nur Yoga unterrichten. Sie brauchen daneben einen “richtigen” Job. Diese Annahme stimmt, wenn Sie kein guter Yogalehrer sind oder nicht über die notwendigen Zusatzqualifikationen verfügen. Yoga zu unterrichten kann ein sehr angenehmer und zufriedenstellender Beruf für diejenigen sein, die kompetent sind, eine klare Vision vor Augen haben, ihr Fachgebiet kennen, Kommunikationsfähigkeit aufweisen, Marketing beherrschen und sich wirklich ihrer Schüler annehmen. Lehrer dieser Art sind Mangelware. Wenn Sie also bereit sind, sich selbst (weiter) zu entwickeln, sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.

6. Ein Yogalehrer muss kein spiritueller Guru sein

Auch wenn Yoga in gewisser Weise eine spirituelle Praxis ist, ist es nicht notwendig als Yogalehrer eine sehr spirituelle oder hochintellektuelle Person zu sein. Sie können auch nur ein “Yoga Asana Lehrer” sein. Die meisten Menschen praktizieren Yoga als rein physische Übung und sind zu Beginn nicht an den geistigen Aspekten interessiert.