Eine Einführung in die Geschichte und Vorteile von Yin Yoga

Yin Yoga ist ein Yogastil, welcher zunehmend Beliebtheit gewinnt. Während der Yin Yoga Praxis werden die Posen über längere Zeit gehalten; mindestens 3-5 Minuten oder sogar länger. Während man die Posen für längere Zeit hält, werden die tiefer liegenden Gewebsschichten sowie die Faszien, Sehnen und Bänder und andere Bindegewebsschichten  gedehnt. Dadurch entwickelt sich eine allumfassende Flexibilität und die Beweglichkeit der Gelenke sowie die Versorgung des Bindegewebes wird deutlich verbessert. Beim Yin Yoga gibt es spezielle Asana Sequenzen, die spezielle Energiebahnen oder Nadis stimulieren. Der Focus während der Praxis ist nach innen gerichtet und meditativ, während der Lehrer die Schüler durch Einsatz von „Dharma Vorträgen“ in einen noch tieferen meditativen Zustand bringen kann. Dabei handelt es sich um kurze Vorträge über den Körper, die Posen oder über die Nadis. Der Lehrer kann außerdem buddhistische Geschichten oder seine eigenen Erlebnisse und Weisheiten mit den Schülern teilen.

Yin und Yang

Wenn man Yin Yoga verstehen möchte, muss man zuerst die beiden Konzepte von „Yin“ und „Yang“ verstehen. Diese sind zwei unterschiedliche Kräfte in der Natur. Sie sind nicht nur in der Natur um uns präsent, sondern auch in unserem Körper und Geist. Yin steht für das Sanfte, Ruhige, Passive und Kälte, zusammenhängend mit Wasser, Erde, dem Mond, Weiblichkeit und der Nacht. Yang dagegen steht für das Schnelle, Härte, Aktivität und Hitze. Es wird mit Feuer, der Sonne, Männlichkeit und dem Tag in Zusammenhang gebracht. Obwohl die beiden Gegensätze sind, vervollständigen sie sich gegenseitig und sollten stets in Balance und Harmonie zueinander stehen. Im Yoga sehen wir diesen Unterschied im praktizieren der Asanas. Manche Yogaposen sind passiv und aktivieren Yin, während andere Posen dynamisch sind und somit die Eigenschaften von Yang aktivieren.

Die Geschichte des Yin Yoga

Yin Yoga ist keine neue Übungsreihe, sondern hat seine Wurzeln in der altertümlichen Yogapraxis. Dieser Yogastil wurde in den späten 1970ern von Paulie Zink, einem Martial Arts Champion und  taoistischen Yogalehrer im Westen eingeführt. Er entwickelte Yin und Yang Yogakurse, bei denen er Asanas und Disziplinen des Hatha Yoga, taoistischem Yoga und anderen Disziplinen, die er selbst entwickelte, kombinierte. Der Stil wurde als Yin Yoga bekannt. Paul Grilley, ein Schüler von Zink, modifizierte Yin Yoga mit dem Wissen von Anatomie und chinesischer Medizin.  Eine Schülerin Grilley’s wiederum, Sarah Powers, entwickelte Yin Yoga noch weiter. Sie ließ ihr Wissen über die Merdidian-Systeme einfließen und entwickelte Yin Yoga Sequenzen, um die energetischen Kanäle zu stimulieren und brachte einen höheren Fokus auf den Atem.

In Zink’s originaler Version des Yin Yoga gibt es Aktivität sowie Passivität. Es bietet eine Kombination aus Yin und Yang. Grilley und Powers entwickelten den Yogastil weiter und legten mehr Wert auf den passiven Teil. Die meisten Posen führt man liegend oder sitzend aus während man sie lange hält. So kennen wir Yin Yoga auch heute.

Yin Yoga VS Hatha Yoga

Yin Yoga teilt einige Eigenschaften mit Hatha Yoga, zeigt aber auch einige signifikante Unterschiede auf. Da die Asanas ähnlich aussehen, aber oft eine andere Ausrichtung sowie Vorteile haben, können sich auch die Namen der Asanas unterscheiden.

Hatha Yoga ist eine Kombination aus Yin und Yang: Manche Posen helfen, sich aufzuwärmen und aktivieren den Körper und seine Funktionen, währen andere das Ziel haben, den Körper und den Geist zu entspannen. Das Ziel des Hatha Yoga ist es, den Geist zu kontrollieren, indem man den Körper kontrolliert. Im Gegensatz dazu ist es das Ziel des Yin Yoga, den Körper zu entspannen und sich abzukühlen; Yang ist in diesem Stil nicht integriert. Das Ziel ist es, sich innerhalb der Posen vollständig zu entspannen. Je länger man eine Pose hält, umso besser kann man Anspannung loslassen. Somit arbeitet man beim Yin Yoga an den tiefliegenden Gewebsschichten, Faszien und am Bindwegebe.  Somit haben beide Yogastile haben zum Ziel, inneren Frieden und einen meditativen Geistesuzstand zu erreichen, wenn sie auch verschiedene Wege dahin nutzen.

Wenn Sie mehr über Yin Yoga lernen möchten, können sie an einer Ausbildung zum Lehrer für Yin Yoga in den Niederlanden mit Arhanta Yoga teilnehmen. Oder sie nehmen an einer Ausbildung zum Lehrer für Hatha Yoga im Arhanta Yoga Ashram in den Niederlanden oder in Indien teil und lernen so mehr über klassisches Hatha Yoga.